Konzert am Sonntag, den 25. August 2002 um 17 Uhr
in der St. Johannis-Kirche Wolfenbüttel

Manfred Spiller (geb. 1932)
Serenade für Streichorchester op. 51
Adagio - Allegro - Thema con variationi

Antonio Vivaldi (1678 - 1741)
Konzert für Violoncello und Streicher e-moll,
Ryom-Verz. 40, Orchesterfassung von Paul Bazelaire
Largo - Allegro - Largo - Allegro

Carl Reinecke (1824 - 1910)
Tonbilder op.242
Trauermusik - Märchen-Vorspiel - Kaempevisa (altnordisches Lied) -
Tausend und eine Nacht - Frieden der Nacht - Friedensmarsch -
Minuetto - Ballettmusik

Sergej Rachmaninow (1873 - 1943)
Romanze und Scherzo für Streichorchester


Solist: Sebastian Wunsch, Violoncello

Dirigent: Rainer Hertrampf

Manfred Spillers op. 51 wurde 1986 in Wolfenbüttel nach einer Reihe "schwerwiegender", sozusagen philosophischer Werke bewußt als leichte Sommermusik komponiert . - Der feierlichen, rhythmisch pointierten Adagio-Einleitung folgt unmittelbar ein Allegro, dessen thematische Melodielinie fröhlich aufwärts springt und dessen Grundelement fließende Bewegung ist. Das originäre Thema des zweiten Satzes ähnelt einem Wanderlied; ihm wohnen alle Möglichkeiten der verarbeitenden Veränderung inne (auf die der Kontrapunktiker Spiller auch in einer Serenade nicht verzichtet); die letzte Variation läßt im tänzerischen 6/8-Takt das Werk in sommerlicher Fröhlichkeit ausklingen.

Vivaldis e-moll-Cellokonzert (ursprünglich eine der sechs Sonaten für Violoncello und basso continuo) dürfte, genau wie seine zahlreichen anderen Instrumentalkonzerte, für eines der musikalisch begabten Waisenmädchen des Ospedale della Pietá in Venedig komponiert worden sein, wo der Meister die lange Zeit von 1703 bis 1740 als Geigenlehrer und Dirigent tätig war.

Sebastian Wunsch wurde 1978 in Wolfenbüttel geboren und lernte bei Manfred Spiller die Grundlagen des Cellospiels. Seit zwei Jahren studiert er bei Professor Konrad Haesler an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und sammelt Orchestererfahrung in der Jungen Deutschen Philharmonie und in diversen Kammerensembles.

Carl Reinecke verkörperte im Leipzig des späten 19. Jahrhunderts die Tradition Mendelssohns; wie sein großer Vorgänger hatte er die doppelte musikalische Schlüsselstellung des Hochschuldirektors und des Gewandhauskapellmeisters inne. Die "Tonbilder" sind eine Auswahl , das "best of" eines reichen Opern-, Oratorien-, Schauspielmusik- und Liedschaffens, poetische Charakterstücke voller einfallsreicher Melodien, solide und klangsicher verarbeitet.

Den meisten von uns ist Sergej Rachmaninow als "Klavierlöwe" vertraut. Seine beiden Piano-Konzerte sind Klassik-Evergreens aus seiner späten, amerikanischen Periode. - Aus den beiden von uns heute gespielten Sätzen sollte ursprünglich ein ganzes Streichquartett werden, das der 15-Jährige als Kompositionsschüler am Moskauer Konservatorium schrieb (Lehrer: Tanejew, Arensky). Zu einem Schülervorspiel arrangierte er sie dann 1890 für das volle Streichorchester. Rhythmische Lebendigkeit und leise Melancholie erinnern an sein Vorbild Tschaikowsky.

(Anmerkungen: Berndt Strobach)


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