Serenade am Samstag, den 12. Juli 2003 um 17 Uhr
im Innenhof des Wolfenbütteler Schlosses

Jean Sibelius (1865 - 1957)
Andante festivo für Streicher

Johan Severin Svendsen (1840 - 1911)
Zwei schwedische und zwei isländische Volksmelodien

Edvard Grieg (1843 - 1907)
Elegische Melodien op.34
Herzwunden - Letzter Frühling

Einijohanu Rautavaara (geb. 1928)
Divertimento für Streicher
Allegro - Adagio - Allegretto

-- Pause --

Jean Sibelius (1865 - 1957)
Romanze C-Dur, op.42

Edvard Grieg (1843 - 1907)
"Aus Holbergs Zeit", Suite für Streichorchester
Präludium - Sarabande - Gavotte und Musette - Air - Rigaudon

Dirigent: Rainer Hertrampf

Das Programm umfaßt diesmal ausschließlich Streichorchestermusik des späten 19. und des 20. Jahrhunderts; und alle diese Werke stammen aus Nordeuropa, wo sich - parallel zur russischen, tschechischen, ungarischen, spanischen Nationalmusik -ein eigenes Idiom entwickelte.

So erklingt zum Auftakt das "Andante festivo", ein von patriotischem Stolz geprägter Marsch des Finnen Jean Sibelius (weltbekannt von ihm die sinfonischen Dichtungen "Karelia" und "Finlandia"). Es folgen zwei schwedische und zwei isländische Volksmelodien in der Streicherbearbeitung des norwegischen Wagner- und Liszt-Freundes Svendsen (häufig zu hören seine populäre Violinromanze). Mit dem dritten Beitrag bleiben wir in Norwegen, bei der Galionsfigur der skandinavischen Musik, Edvard Hagerup Grieg (von ihm am bekanntesten die Schauspielmusik zu Henrik Ibsens "Peer Gynt"). Von ihm gibt es zunächst zwei zarte Stimmungsbilder, "Herzwunden" und "Letzter Frühling", die er 1880 unter dem Titel "Elegische Melodien" zusammengefaßt hat.

Einojuhani Rautavaara, der Komponist des "Divertimentos", welches das Orchester zum Abschluß des ersten Teiles spielt, hat als nunmehr 76-Jähriger gerade in Köln die Uraufführung seiner 8. Sinfonie erlebt; er ist der prominenteste Fortsetzer der finnischen Musiktradition nach Sibelius. Das "Divertimento" schrieb Rautavaara im Jahre 1953; schon der Titel verweist auf Béla Bartók und dessen "Divertimento für Streicher" als Vorbild. Es ist durch eine dissonanzenreiche, erfrischend-rauhe Harmonik und prägnante rhythmische Motorik gekennzeichnet und bildet den notwendigen modernen Gegenpol in unserem ansonsten hochromantischen Programm.

Im zweiten Teil folgt auf eine weitere Sibelius-Komposition, die kurze, aber gewichtige "Romanze für Streichorchester", ein Gipfelwerk der Musik für unser Ensemble, Griegs Suite "Aus Holbergs Zeit". Wer war Holberg, wann seine Zeit? - Der dänische Komödiendichter Ludwig Holberg ("Ich habe mir angelegen sein lassen, die Laster anzugreifen, zu denen die dänische Nation neigt") war ein genauer Zeitgenosse Bachs, so daß Griegs Suite Formen aufnimmt, wie die Barockmusik sie aus höfischen Tänzen entwickelt hatte: die gravitätische Sarabande, die lebhafte Gavotte mit ihrer den Dudelsack imitierenden Musette und den hurtigen Rigaudon. Grieg hat sich hier kongenial in die alten Tanzformen eingefühlt, ihnen aber die ganze harmonische , dynamische und agogische Raffinesse der Spätromentik angedeihen lassen.

Wir wagen dieses Werk, das hohe Ansprüche stellt, das erste Mal in der über 40-jährigen Geschichte des Orchesters und hoffen dafür vor allem auf gutes Wetter am Aufführungstag.

(Anmerkungen: Berndt Strobach)


[Zurück zur Hauptseite] Letzte Aktualisierung dieser Seite : 25.5.03 durch webmaster